Sätze, über die man streiten kann, lassen sich auch auf dem Tablet schreiben - Foto: MB.[/caption]
Benutzen Sie eigentlich noch einen Taschenrechner? Wer heute eine knifflige Rechenaufgabe vor sich hat, die er mit dem Kopf nicht lösen kann, der greift meistens zum Handy oder öffnet den Rechner auf dem Computer, der auf dem Schreibtisch steht. Während Eltern für ihre Kinder in den Schulen immer noch Taschenrechner zu horrenden Preisen kaufen müssen, haben sich in der Praxis außerhalb der Schule schon längst praktischere Lösungen durchgesetzt. Die Taschenrechner der Schüler sind halb so teuer wie ein Tablet, können allerdings nur eines: rechnen.
Insofern ist es vernünftig, den „digitalen Endgeräten“, wie es im Kultusministerium heißt, mehr Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen. Wer Atlas, Duden, Periodensystem oder Formelsammlung auf dem Tablet hat, der muss nicht mehr die einzelnen Bücher in die Schule mitschleppen. Dadurch wird das Erlernen des Periodensystems zwar nicht leichter, aber wenigstens die Schultasche. Hier hat die Digitalisierung also einen ganz praktischen, rückenschonenden Nutzen. Auch Menschen, die der fortschreitenden Digitalisierung eher skeptisch gegenüberstehen, werden sich damit abfinden müssen, dass das Tablet bald genauso in den Schulranzen gehören wird wie die Federtasche.
Von einer Vorreiterrolle Niedersachsens bei der Digitalisierung zu sprechen, wie es die Kultusministerin macht, ist allerdings etwas dick aufgetragen. Nur aufgrund des Erlasses werden in den Schulen morgen nicht gleich landauf, landab Tablets zum Einsatz kommen. Vielmehr schafft der Erlass eine rechtliche Grundlage für die Schüler an den rund 1000 Schulen des Landes, die bereits mit digitalen Geräten arbeiten. Sie können diese bald auch für ihre Prüfungen nutzen. Die Möglichkeit zu schummeln dürfte sich übrigens nicht vergrößern. Ist der Prüfungsmodus des Gerätes aktiviert, kann der Schüler nur die erlaubten Programme nutzen. Der Lehrer bekommt ein optisches Signal.
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