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Was Ministerpräsident und Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang besprochen haben, ist nun für das Landgericht Hannover von entscheidender Bedeutung. Streng genommen stand in den Papieren nicht ausdrücklich, dass Herbert bereits eine rechtswidrige Zulage erhielt. Wenn man die Wortwahl der Mails aber näher prüfte, hätte man zu dem Schluss kommen können. Jetzt wollte Richter Patrick Gerberding vom Zeugen Weil wissen, ob er im Gespräch mit Schostok nachgefasst und auf den Kern, die rechtswidrigen Zulagen an Herbert, hingewiesen hatte.
Ich weiß es nicht mehr ganz genau. Aber ich glaube, dass es eher weniger um die Inhalte ging.
Weil verneinte. „Ich weiß es nicht mehr ganz genau. Aber ich glaube, dass es eher weniger um die Inhalte ging.“ Aus den Unterlagen, fügt der Ministerpräsident hinzu, sei ja auch nur direkt der Wunsch von Herbert hervorgegangen und der Hinweis auf rechtliche Einwände gegen diesen Wunsch. Es sei daraus nicht klar ersichtlich gewesen, dass Herbert zu der Zeit bereits rechtswidrig bezahlt worden war, sagte Weil. In der Gerichtsverhandlung widersprach niemand, obwohl einige Mails so formuliert waren, dass andere Ableitungen sich aufdrängen konnten.
Weil sagte als Zeuge zudem, im Mittelpunkt seines Gesprächs mit Schostok habe die Empörung darüber gestanden, dass interne Personalunterlagen im Umlauf seien und das nicht angehen könne. Er habe dem damaligen OB auch empfohlen, berichtete Weil weiter, „die Angelegenheit zu einem Ende zu bringen“. Damit sei ein anderer Konflikt zwischen Schostok und Härke gemeint gewesen, der seinerzeit schon wochenlang öffentlich ausgetragen worden war. Auf Nachfragen von Richter Gerberding sagte Weil, irgendwann habe er mit Schostok auch über Gerüchte gesprochen, Herbert könne eine Zulage erhalten haben und diese könne rechtlich nicht einwandfrei gewesen sei. Dies sei aber „vermutlich erst viel später gewesen, also nach dem 1. März 2018“.
Dann hakt Richter Gerberding noch einmal nach: Gab es noch ein Gespräch mit Schostok in der Sache? Aus Mails von Herbert in den Gerichtsakten geht hervor, dass Weil, Schostok und der SPD-Politiker Matthias Miersch wohl am 14. März 2018 noch einmal über den Fall geredet hatten. Herbert hatte dies laut Gerichtsakten mit der Hoffnung verbunden, für seinen Wunsch nach Höherstufung könne es eine „politische Lösung“ geben. Weil antwortet als Zeuge, bei diesem Treffen sei es um „den politischen Umgang“ mit Streitigkeiten im hannoverschen Rathaus gegangen, nicht aber um die Rechtmäßigkeit der Zulagen, die Herbert bis dahin schon bekommen hatte. Erst Ende Mai 2018, als öffentlich wurde, dass die Kommunalaufsicht im Innenministerium die Zulagenpraxis im Rathaus nicht gebilligt habe, sei bei ihm diesbezüglich ein Problembewusstsein entstanden, fügte der Ministerpräsident hinzu.


