Es gab am zurückliegenden Hitzewochenende für die meisten Mitbürger nur eine Handvoll Aktivitäten, die als irgendwie erträglich wahrgenommen wurden – von tatsächlichem Lustgewinn ganz zu schweigen. Wer konnte, besuchte Bade- oder Museen. Kinos und Kirchen bewarben ihr kühles Inneres. Sogar der Aufenthalt in Weinkellern soll vermietet worden sein – 150 Euro für zwei Stunden, inklusive Korkenzieher.

Die allermeisten dürften sich meiner Auffassung nach in den eigenen vier Wänden hinter heruntergelassenen Jalousien verbarrikadiert haben, darauf wartend, dass endlich das Abkühlung versprechende Donnerwetter über die Lande zieht. Erdulden mussten sie dabei nicht nur die Stauhitze, sondern auch die sich stapelnde Wäsche, Berge aus Geschirr und Türme aus Altpapier. Denn für eines war dieses Sommerwetter sicher nicht geeignet: für den Haushalt.
Ganz anders sah es der Terminkalender der Landesregierung vor. Dem Diktat des Doppelhaushalts folgend, musste das Kabinett am Sonntag seinen Vorschlag für die Landesfinanzen zusammenschreiben. Die erste Zahl, auf die man sich dabei verständigen konnte, war die Zwei: Denn zwei Stunden später sollte die Klausurtagung in Hannover beginnen. Als ob es dadurch auch nur einen Grad kälter geworden wäre…
Pünktlich zum Mittag war am Montag dann alles unter Dach und Fach und konnte der erwartungsfrohen Landespresse präsentiert werden. Dem Anschein nach konnte sich Rot-Grün dem Zwang der Tagespolitik entziehen und hat auf wetterbedingte Förderprogramme verzichtet: keine Landesförderung für private Klimaanlagen, keine Förderkulisse Freibad und keine Soforthilfe Softeis.
Worauf sich die Landesregierung stattdessen verständigt hat, lesen Sie heute im Rundblick. Das sind unsere Themen:
Gehen Sie es locker an.
Ihr Niklas Kleinwächter


