Der Jubelschrei hallt noch immer in unseren Redaktionsräumen nach. „Zero bleibt Zero!“ Es ist zu vermuten, dass sich auch in der Staatskanzlei die Erleichterung Bahn brach. Denn auch Ministerpräsident Olaf Lies ist ein großer Cola-Zero-Fan. Mit der kalorienfreien Brause konnte man lange Zeit nichts falschmachen: Sie hält ihre Fans wach an langen Tagen und bringt sie unfallfrei durch die Nacht. Im Wettbewerb mit Energydrinks punktet sie mit dem Charme von alten Ledersesseln und Tweedsakkos. Und selbst beim Weight-Watchers-Treffen hatte man mit ihr bisher nichts zu beichten. Das Getränk für alle, die ihr Leben im Griff haben. Dachten wir. Dann sickerte gestern durch, dass das Finanzministerium plant, die Zuckersteuer auch auf zuckerfreie Brausen zu erheben. Und ein Sturm der Entrüstung brach los.

Okay, so gut wie nichts ist gesund an Cola Zero. Und irgendwie wäre es ja auch schön, wenn eine neue Generation aufwachsen würde, die diesen permanenten Japp auf etwas Pappsüßes gar nicht kennt. Für die ein Apfel oder eine Erdbeere süß genug sind. Aber trotzdem. Sind wir jetzt schon wieder auf der dunklen Seite gelandet, ohne es zu merken? Wir sind zu alt, zu dick, zu faul und zu verdrießlich für unsere Politiker, schon klar. Aber jetzt auch noch zu dicht mit Aspartam?
Ein Glück, Lars Klingbeil hat es noch gemerkt und das Ruder herumgerissen. Puh. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte befürchtete schon, dass hinter dem Hin und Her ein Manöver der „Zucker-Lobby“ stecken könnte, um das Gesetz komplett zu kippen. „Wichtig ist doch, dass endlich etwas passiert und die Zuckersteuer nun bald kommt!“, mahnt sie streng.
Wir haben heute noch mehr als Zuckeraustauschstoffe für Sie:
- Fall Iri: Die Forderungen an den Verein "Integrationsarbeit Kronsberg" belaufen sich auf 1,24 Millionen Euro. Das wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht Hannover vorgetragen.
- Pro und Contra: Sollte man das Wahlrecht reformieren, um die Wirkung der Fünfprozenthürde abzuschwächen? Darüber ist die Rundblick-Redaktion unterschiedlicher Ansicht.
- Außerdem berichten wir darüber, welches Buch ein Regionspräsidentenkandidat veröffentlicht hat, wie die Betriebsversammlung von VW in Emden lief und wessen Stimme Sie demnächst öfter im Deutschlandfunk hören.
Trinken Sie heute einfach, was Sie mögen. Was das Richtige ist, kann Ihnen eh so genau keiner sagen.
Ihre Anne Beelte-Altwig


