In drei Bereichen äußerte sich die veränderte Umgangskultur
Nach Zimbehls Einschätzung gibt es drei verschiedene Bereiche, in denen sich die veränderte Kultur des Umgangs äußert: Zum einen würden Mitarbeiter von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr immer öfter feststellen, dass ihre Arbeit auf Einsätzen behindert wird und sie nicht unterstützt und mit Sympathie begleitet, sondern angepöbelt werden. Zweitens würden immer mehr Politiker, Minister oder Abgeordnete, in ihrer Arbeit verbal angegriffen oder bedroht, einige regelrecht verfolgt. Zimbehl sieht nun noch einen dritten Bereich, der nicht vernachlässigt werden dürfe: Immer öfter komme es vor, dass Menschen in ihrem dienstlichen Verhalten Respektlosigkeit, Unverständnis und auch Bedrohung erfahren – etwa in Rathäusern, Job-Centern oder Bürgerbüros. „In vielen Ämtern wird mittlerweile der Einsatz von Sicherheitsdiensten erforderlich, damit die Beamten und Angestellten ihre täglichen Pflichten geschützt erledigen können“, berichtet Zimbehl. Oft seien Mitarbeiter von Ordnungs- und Außendiensten besonderen Gefahren ausgesetzt, beispielsweise Gerichtsvollzieher. „Viele haben zunehmend Angst bei der Ausübung ihres Berufes.“Lesen Sie auch: Mit frischer Führung und forschen Sprüchen: Der Beamtenbund begehrt jetzt auf
Zimbehl will den Gedanken des „Melderegisters“ nun in die politische Debatte tragen. Das erste Ziel dieses Register sei es, einen Überblick über die Lage zu erhalten – und zu erkennen, wo sich diese Übergriffe schwerpunktmäßig häufen. Im zweiten Schritt sei es dann möglich, über gezielte Konsequenzen wie die Erfassung von wiederholten Störern und über behördenübergreifende Hausverbote für Einzelpersonen nachzudenken. „Die Politik sollte unbefangen über solche Möglichkeiten diskutieren“, sagt der NBB-Vorsitzende.


