Unbezahlbar: Der Blick von der Nord/LB in Hannover - Foto: KW[/caption]
Trotz des Widerspruchs von Schneider im Ausschuss, den er anschließend auch vor Journalisten wiederholte, fügte der Minister eine Erklärung hinzu, die viele Politiker im Haushaltsausschuss nachdenklich stimmt: „Wir können derzeit nicht sicher sein, dass über höhere Anforderungen der Bankenaufsicht in den kommenden Jahren zusätzliche Eigenkapitalanforderungen entstehen. Daher ist die Bank gefordert, die Kapitalquoten mittel- und langfristig aus eigener Kraft weiter zu stärken. Daran arbeitet die Bank aktuell.“ Wie der Rundblick erfuhr, werden Vertreter der Bankenaufsicht, auch der Europäischen Zentralbank, am Freitag in Hannover mit Nord/LB-Vertretern zusammentreffen. Dabei dürfte die Finanzlage kritisch diskutiert werden.
Die Nord/LB ist momentan auf Sparkurs. Hohe Rücklagen für riskante Schiffskredit-Verträge hatten in der Bilanz im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von rund zwei Milliarden Euro verursacht. Die Übernahme der Bremer Landesbank, für die das Land Bremen gut bezahlt wurde, schlägt außerdem zu Buche. Die Führung der Nord/LB hatte daraufhin ein Sanierungsprogramm beschlossen – unter anderem sollen in den nächsten Jahren 1250 der rund 6000 Stellen abgebaut werden. Schneider erklärte gestern im Ausschuss: „Die Nord/LB wird in diesem Jahr einen Gewinn machen und erfüllt alle Kapitalanforderungen. Auch verfügt sie über ausreichend Eigenkapital, um neue Kredite zu vergeben.“ Eine Kapitalzufuhr des Landes, das Haupteigentümer der Nord/LB ist, könne von der EU als unzulässige Beihilfe eingestuft werden, fügte der Finanzminister hinzu. In Kreisen des Haushaltsausschusses ist aber von alternativen Möglichkeiten zur Stärkung des Eigenkapitals die Rede – so könne eine Änderung der Rechtsform und Umwandlung in eine Aktiengesellschaft die Chance eröffnen, private Miteigentümer in die bisher öffentlich-rechtliche Bank einzubeziehen.


