Autozulieferer sind mit Blick auf 2020 stark verunsichert
Die Unternehmen in Niedersachsen gehen mit sehr zurückhaltenden Erwartungen in das Jahr 2020. Das geht laut dem Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN), Horst Schrage, aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Kammer hervor, an der sich 1900 Unternehmen beteiligt haben. „Wir sind nicht in der Rezession, waren aber in den vergangenen Jahren deutlich besser unterwegs. Die Zahl der Auftragseingänge ist inzwischen deutlich schlechter geworden“, erklärte Schrage in Hannover.
Sorgen bereitet ihm vor allem die Situation in der Automobilindustrie und hier gerade bei den Zulieferern. „Jedes dritte Unternehmen im Automobilbereich beurteilt seine Geschäftslage als schlecht. In der gesamten Wirtschaft liegt der Wert nur bei 13 Prozent“, erklärte Schrage. Kein Zulieferer wisse, in welchem Umfang in den kommenden zwei Jahren die Produktion laufen werde. „Dieses Problem werden deshalb wir mit uns herumschleppen.“ Die große Unsicherheit zeige sich bei den Autohändlern, die über ein sehr zurückgenommenes Kundenverhalten klagt. Viele Kunden warteten ab, spekulierten vielleicht auch noch auf Änderungen bei den Kaufprämien. „Es braucht dringend Klarheit und eine deutliche Perspektive“, appellierte Schrage an die Politik
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Anhand der Autoindustrie wird für Schrage auch die Zweiteilung in der Konjunkturentwicklung besonders deutlich. Die Industrie kämpft mit einem Minus, das bundesweit zwischen drei und elf Prozent liegt. Hier gebe es keine Aussicht auf Besserung. Schrage sprach von einer „Konsolidierung auf unbefriedigend Niveau“. Währenddessen arbeitet die Bauwirtschaft an der Kapazitätsgrenze. Auch aus dem Einzelhandel gibt es positive Zahlen, hier habe auch der stationäre Handel vom sehr guten Weihnachtsgeschäft stationiert. Insgesamt ist es aber eher ein Jahresstart in Moll bei der IHKN. „Es hat zwar eine gewisse Konsolidierung stattgefunden. Ob das aber der Beginn eines Aufschwungs oder nur eine Korrektur eines starken Abschwungs im Herbst ist, das ist die schwer zu beantwortende Frage“, so der IHKN-Hauptgeschäftsführer.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #011.