(rb) Unterhaltung im Nachbargarten. Männer, Frauen mittleren Alters am Kaffeetisch. Durcheinandergerede über Preise, Krankheiten, Bekannte. Recht laut, ab und an Gelächter. Dann sind die Flüchtlinge das Thema. Die Stimmen werden aufgeregter, gereizter auch. „Eine Katastrophe.“ „Wie sollen wir das nur alles bezahlen?“ „Die haben doch nichts gelernt. Die kriegen nirgends Arbeit. Wenn sie überhaupt arbeiten wollen.“ „Und alles junge Kerle“, sagt einer der Männer. „Man hat schon Angst, abends auf die Straße zu gehen“, ergänzt eine der Frauen.
Ein anderer kennt einen interessanten Vorgang, vom Hörensagen und schon ungewöhnlich: „Da haben Leute aus Mitleid zwei Flüchtlingsfrauen in ihr Haus aufgenommen. Schon nach ein paar Tagen kam deren Mann und wollte einziehen...“ „Die dürfen doch mehrere Frauen haben, nach dem Koran“, wird er unterbrochen. „Vier oder fünf sogar.“ „Stellt Euch das mal vor.“
Die Phantasie beginnt zu blühen. Es wird eine Weile still. In den Köpfen geht etwas vor. Schließlich eine vieldeutige Bemerkung: „Vielweiberei.“ „Wie das wohl ist?“ „Ungewohnt“, witzelt einer. Lachen, alle haben begriffen, sie verstehen sich.
Themenwechsel. Das Auto. VW. Das Wetter. Die Bundesliga. „Wolfsburg hat verloren.“ „Aber die Eintracht wird morgen gewinnen.“ Flaschen klappern. Vom Grill, den einer angefeuert hat, weht der Geruch glimmender Holzkohle herüber. Ein gelungener Sonnabend. p.s.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #184.