14. Dez. 2022
Wissenschaft

Alstom liefert Züge mit Verspätung: LNVG-Chefin droht mit Konsequenzen

Insgesamt 34 neue Doppelstockzüge vom Typ "Coradia Stream" hat die LNVG bei Alstom bestellt. Doch der Hersteller kann nicht rechtzeitig liefern. | Illustration: Alstom Design & Styling

Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), droht dem Zughersteller Alstom mit „spürbaren Konsequenzen“, weil er einen 760-Millionen-Euro-Vertrag nicht wie versprochen einhält. Das Unternehmen hatte jüngst angekündigt, nur zehn von 34 bestellten Doppelstocktriebzügen wie vereinbart bis Mitte Dezember 2024 liefern zu können. Als Gründe dafür habe Alstom unter anderem das Anlaufen der Produktion an verschiedenen Standorten, Lieferkettenschwierigkeiten wegen des Krieges in der Ukraine und Auswirkungen der Pandemie verantwortlich gemacht. „Wir prüfen, welche Ansprüche wir geltend machen können“, sagt Schwabl.

Carmen Schwabl | Foto: LNVG

Die Züge sind für das Expresskreuz Bremen/Niedersachsen bestimmt. Es verbindet unter anderem Bremen, Bremerhaven, Oldenburg, Osnabrück, Norddeich, Hannover und Wilhelmshaven miteinander. Die ersten zehn Doppelstockzüge sollen zunächst im Linienverkehr auf der Strecke Bremerhaven-Hannover (RE 8) sowie als Verstärkerzüge zwischen den beiden Großstädten eingesetzt werden. Auf den übrigen Strecken sollen die neuen Züge ab Dezember 2025 rollen. Welches Bahnunternehmen mit den neuen Zügen unterwegs sein wird, entscheidet sich in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren, das derzeit bei der LNVG läuft.

Dieser Artikel erschien am 15.12.2022 in Ausgabe #224.
Christian Wilhelm Link
AutorChristian Wilhelm Link