AfD-Bundesvorstand bereitet Entmachtung des Landesvorstandes vor
Der AfD-Bundesvorstand plant, Ordnungsmaßnahmen gegen den niedersächsischen Landesvorstand unter dem Vorsitzenden Armin-Paul Hampel zu verhängen. Angeblich soll bis Freitag ein entsprechender Beschluss gefasst werden, heißt es. Im Bundesvorstand habe Hampel nur noch zwei Unterstützer, alle anderen seien mittlerweile entschlossen, ihm das Heft des Handelns aus der Hand zu nehmen. So könnte der Bundesvorstand mit Zweidrittelmehrheit den Landesvorstand absetzen – und einen vorläufigen Verwalter einsetzen, der zu einem Landesparteitag mit Vorstandsneuwahlen einlädt. In diesem Fall würde die Hürde einer Zweidrittelmehrheit, die bei einer Abwahl des Landesvorstandes nötig wäre, nicht mehr gelten. Nach Rundblick-Informationen herrscht in weiten Teilen des Bundesvorstandes, auch beim Vorsitzenden Jörg Meuthen, massive Verärgerung über Hampels Entscheidung von vergangener Woche, den eigentlich für vergangenen Sonnabend geplanten Landesparteitag kurzfristig abzusagen. Damit, heißt es, habe Hampel nicht nur gegen Zusagen gegenüber dem Bundesvorstand verstoßen.
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In AfD-Kreisen herrscht zudem der Verdacht, Hampel habe mit der Absage erneut eigenmächtig gehandelt und Regeln gebrochen. Eine Internet-Abstimmung des Landesvorstandes sei zunächst von Donnerstagnachmittag bis Freitagmorgen terminiert gewesen, Hampel habe diesen Zeitraum abrupt verkürzt und voreilig am Donnerstagabend den angeblichen Beschluss der Absage verkündet. Ob der Bundesvorstand darauf mit der Amtsenthebung Hampels antwortet, war am Dienstag noch unklar. Unterdessen haben mehrere Kreisverbände eine Petition an den Bundesvorstand gestartet, in der sie sich beschweren, dass Hampel-Gegner von Hampel-Anhängern öffentlich herabgewürdigt würden. So ist eine Collage im Umlauf, die das selbstgewählte Symbol der Hampel-Gegner, ein aufsteigendes Flugzeug, mit einer Bruchlandung in Verbindung bringt.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #10.