Uwe Lange, abgelöster kommissarischer Leiter der Zentralen Polizeidirektion (ZPD), bekommt immer mehr Rückendeckung aus der Polizei. Der Northeimer Polizeihauptkommissar Stephan Ilse hat eine Landtagspetition angeschoben mit dem Ziel, Langes Ruf zu rehabilitieren. Der designierte Polizeipräsident mit CDU-Nähe war Ende August überraschend von Innenministerin Daniela Behrens (SPD) abberufen worden.

Das Ministerium hielt ihm vor, er sei Hinweisen auf ungebührliches Verhalten eines Untergebenen nicht energisch genug nachgegangen und habe dieses Verhalten heruntergespielt. Lange selbst, heißt es, widerspricht vehement. Beschwerdeführerin war eine Mitarbeiterin der Polizei, die sich seit Jahren mit dem Thema „Sexualität und Macht in der Polizei“ beschäftigt. Ende August war Lange vom Ministerium abgeordnet worden zur Polizeiakademie, er wandte sich gerichtlich dagegen und gewann im Eilverfahren aus formalen Gründen.
Während das Ministerium nun offenbar die Wiederholung dieser Abordnung vorbereitet, regt sich immer mehr Protest in der niedersächsischen Polizei, die Petition soll inzwischen schon von 200 Polizisten mitunterzeichnet worden sein. Dies kann für Ministerin Behrens zu einer wahren Belastung werden – wenn sich nämlich herausstellen sollte, dass die Vorwürfe gegen Lange ungerechtfertigt sein sollten.
Dem Mitarbeiter, der von Lange angeblich zu milde behandelt worden sein soll, wird sexuelle Belästigung offenbar bisher nicht vorgehalten. Entsprechende Hinweise in diese Richtung stünden auf tönernen Füßen, heißt es. In Hannover gibt es zudem Berichte, die treibende Kraft hinter Langes Ablösung sei Innen-Staatssekretär Stephan Manke gewesen.



