Foto: MHH / Karin Kaiser[/caption]
Am Montag soll es eine gemeinsame Sitzung von Innen- und Wissenschaftsausschuss im Parlament geben, in der über die Vorfälle ausführlich informiert werden soll. Vertreter von Grünen und FDP mahnten am Donnerstag eine rasche Aufklärung durch die Landesregierung an, Vertreter von CDU und SPD nahmen in ihrer Kritik vor allem die MHH-Spitze selbst im Visier. Sie hatte erst Tage, nachdem der Patient schon aufgenommen worden war, die Ministerien informiert – erst danach sind dann sehr eilig die Schutzvorkehrungen eingeleitet worden.
Das Problem liegt offenbar vor allem am Anfang der Geschichte: Der 35-jährige Igor K. aus Montenegro hatte in seiner Heimat sieben Schusswunden erlitten. Das Opfer benötigte offenbar eine Spezialbehandlung, die es in Montenegro nicht erhalten konnte. Also ließ er in der MHH anfragen – und dort war man auch bereit, K. aufzunehmen. Ein Kritikpunkt lautet, die MHH habe nicht kritisch genug nachgefragt, worin die Ursache der Verletzungen lag, ob diese im Zusammenhang mit gewalttätigen Auseinandersetzungen verfeindeter Gruppen liegen und ob mit der Aufnahme die Gefahr verbunden war, einen solchen Konflikt zur MHH nach Hannover zu importieren.
Die Einschätzung, dass eine solche brenzlige Situation entstanden ist, herrscht offenbar seit Tagen bei der Polizeidirektion in Hannover. Nachdrücklich halten sich Berichte, K. sei ein Mafia-Boss. Mutmaßungen drehen sich auch darum, dass das Geld für seine Behandlung als Privatpatient, das er angeblich bar in der Klinik eingezahlt haben soll, aus kriminellen Geschäften stammen könnte.


