9. Okt. 2015
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Wann kommt die flächendeckende Schulsozialarbeit?

(rb) Hannover/Celle. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat während der Herbsttagung des Schulleitungsverbandes Niedersachsen (SLVN) am Mittwoch in Celle angekündigt, zügig Pläne zum Ausbau der schulischen Sozialarbeit vorlegen zu wollen, die derzeit auf Fachebene entwickelt würden. Dabei werde auch geprüft, an welchen Schulformen und in welchem Umfang sozialpädagogische Fachkräfte wirkungsvoll, nachhaltig und finanzierbar eingesetzt werden könnten. Ein deutlicher Schwerpunkt werde bei den Ganztagsschulen liegen. Das Konzept werde die soziale Arbeit als integralen Bestandteil von Schule ausweisen. Dazu befinde sie sich noch immer mit den kommunalen Spitzenverbänden in Gesprächen, die neben der Sozialarbeit an Schulen auch weitere Themen umfassten. Die Schulen brauchten nicht nur im Kontext der Flüchtlingsfrage sozialpädagogische Kompetenzen, um auf die sozialen Herausforderungen zu reagieren und die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen zu verbessern. Deshalb sei im Koalitionsvertrag auch vereinbart worden, die schulische Sozialarbeit als Teil eines umfassenderen Beratungs- und Unterstützungssystems auszubauen. Schon jetzt bestehe in Niedersachsen eine breite Landschaft von schulischer Sozialarbeit mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, Trägerschaften und Finanzierungen. Der Bildungsexperte der FDP-Landtagsfraktion, Björn Försterling, hat die Ministerin am Donnerstag aufgefordert, auf Worte endlich auch Taten folgen zu lassen und die Sozialarbeit an den niedersächsischen Schulen umfassend neu zu regeln und flächendeckend abzusichern. Im Haushaltsentwurf für das Jahr 2016 sei dagegen kein Ausbau der Schulsozialarbeit vorgesehen. Vor diesem Hintergrund bringen die Liberalen in der kommenden Woche einen umfassenden Entschließungsantrag in den Landtag ein. Ziel sei, dass spätestens 2017 jede weiterführende Schule in Niedersachsen mindestens über einen Sozialarbeiter verfügt, sagte Försterling. In den nächsten zwei Jahren müsse das Land jeweils 250 zusätzliche Schulsozialarbeiter/innen finanzieren. Im Zuge des sogenannten Bildungs- und Teilhabepaketes hatten die Kommunen in Niedersachsen zusätzliches Geld vom Bund erhalten. Damit wurden etwa 300 Schulsozialarbeiter/innen in Niedersachsen finanziert. Seit diesem Jahr stehen aus dem Programm keine Mittel mehr zur Verfügung. Die FDP geht davon aus, dass 42 bis 43 Millionen Euro pro Jahr in die Sozialarbeit an Schulen investiert werden müssen.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #185.
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