
Thorsten Gröger, IG-Metall-Bezirksleiter, und Daniela Cavallo, VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende, wollen "noch in diesem Quartal" ein Krisengespräch mit dem VW-Vorstand führen. Es geht um den 2024 abgeschlossenen Haustarifvertrag, der bis 2030 den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in den deutschen Werken vorsieht. Nach einer Sitzung der IG-Metall-Tarifkommission sagte Gröger, man berufe sich auf Paragraph 7 des Vertrages und fordere den VW-Vorstand zu einem "Überprüfungsgespräch" auf. Das Ziel sei, ein Bekenntnis des Vorstandes zu den 2024 vereinbarten Regeln zu erreichen. Wie Cavallo erklärte, habe man das in den verschiedenen Betriebsversammlungen, die in den vergangenen Tagen stattgefunden hatten, den Vorstand auch gefragt. Die Antwort sei jedoch ein "Lavieren" gewesen. Bestandteil des vor zwei Jahren abgeschlossenen Vertrages seien überdies auch Investitionszusagen für die deutschen Werke gewesen, auch darauf wolle man den Vorstand in dem "Überprüfungsgespräch" ansprechen. Cavallo meinte, die Belegschaft der VW-Werke habe bereits Entgegenkommen gezeigt und beispielsweise auf Entgelterhöhungen bis 2030 verzichtet. Den Hinweis, die Lage habe sich in den vergangenen beiden Jahren verschärft und nun sein ein härterer Sparkurs nötig, konterte Gröger mit der Bemerkung, dass die Krise des europäischen Marktes, die subventionierten Billig-Angebote der Konkurrenz aus China und auch die hohen deutschen Energiepreise schon 2024 erkennbar gewesen seien. Das einzige, was sich seither verschlechternd hinzugefügt habe, sei die US-Zollpolitik.


