SoVD-Podiumsdiskussion in den verdi-Höfen in Hannover - Foto: JS[/caption]
Bislang sei die Altersarmut bei Frauen „relativ undramatisch“, erklärte Brigitte Loose von der Deutschen Rentenversicherung. Gerade einmal drei Prozent aller über 65-Jährigen bekämen lediglich die Grundsicherung. „Das ist deutlich weniger als bei der gesamten Erwerbsbevölkerung, da sind wir bei neun Prozent“, so Loose. Bislang liege es hauptsächlich am sogenannten Ernährer-Modell, dass Frauen nicht in die Armut rutschten. Das werde sich Experten zufolge aber in Zukunft ändern. Die häufige Teilzeitbeschäftigung sei dabei ein Grund für künftige Altersarmut.
„Diese strukturellen Probleme lassen sich nur lösen, wenn in der Politik und bei Arbeitgebern ein Umdenken stattfindet“, sagte Judith Kerschbaumer von der Gewerkschaft ver.di. Sie kritisiert: „Das Vereinbarkeitsproblem von Familie und Beruf ist nach wie vor eines der Frauen.“ Selbst wenn junge Mütter Vollzeit arbeiten wollten, bekämen sie nach der Babypause oft nur eine Teilzeitstelle angeboten. Kerschbaumer forderte unter anderem ein Rückkehrrecht auf einen Vollzeitjob nach der Erziehungszeit. Zugleich müsse aber das Absenken des Rentenniveaus gestoppt werden.

