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Die durch das Corona-Virus wegfallenden Erlöse sollten zwar durch sogenannte „Freihaltepauschalen“ ersetzt werden. Zuerst waren es 560 Euro pro Bett, später dann 760 Euro. Dennoch deckten die Pauschalen die wirklichen Erlösausfälle nicht ab, meinte Johannsen. Gerade die Unikliniken hätten deshalb die höchsten Erlösrückgänge zu verzeichnen, sie lägen bei etwa sechs Prozent. „Es ist daher notwendig, die besondere Rolle der Universitätskliniken in der Krankenversorgung stärker anzuerkennen und in Gesetzgebungsvorhaben des Bundes angemessener zu berücksichtigen“, forderte Johannsen. Dies sei im aktuellen Vergütungssystem nicht der Fall, und deshalb sei ein ausgeglichenes Betriebsergebnis für Universitätskliniken „nur sehr schwer realisierbar“. Bei den aktuellen Fallpauschalen, die für alle Kliniken gelten, seien die höheren Kosten in der Universitätsmedizin nicht berücksichtigt.
MHH verzeichnet Defizit von fast 25 Millionen Euro
Und so kämpfen die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und auch die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit den roten Zahlen. In Hannover habe es zwar von 2016 bis 2018 positive Jahresergebnisse gegeben, 2019 verzeichnete die MHH aber ein Defizit von fast 25 Millionen Euro. Auch 2020 wird für die Uniklinik pandemiebedingt schwierig, im ersten Halbjahr lag das Minus laut Wissenschaftsministerium bereits bei rund neun Millionen Euro. Die Zahl der stationären Fälle ging um 13 Prozent, die der ambulanten Fälle um 15 Prozent zurück. „Insgesamt bleibt die Ergebnissituation der MHH maßgeblich von der weiteren Pandemieentwicklung abhängig“, erklärte die Staatssekretärin. In Göttingen ging das Defizit 2019 im Vergleich zum Vorjahr zwar deutlich zurück, lag aber immer noch bei acht Millionen Euro. Im ersten Halbjahr liegt es bereits bei 6,3 Millionen Euro. Der ursprüngliche Wirtschaftsplan sei durch das Corona-Virus und die daraus folgenden wirtschaftlichen Belastungen nicht mehr realisierbar, meinte Johannsen. Das UMG habe durch die Pandemie seit März sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich „einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag“ an Erlösen verloren.
Auch das Land versucht, die durch die Pandemie entstehenden Kosten teilweise auszugleichen. Aus dem zweiten Nachtragshaushalt gingen 36 Millionen Euro für Corona-bedingte Einnahmeausfälle an MHH und UMG. Das Sondervermögen sehe zudem Mittel von 18 Millionen Euro für die Forschung vor, darunter auch die Etablierung des Infektionsforschungsnetzwerks in Niedersachsen.

