
Grant Hendrik Tonne (SPD), Wirtschafts- und Verkehrsminister, wirbt für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr, um die zuletzt deutlich gestiegene Zahl tödlicher Unfälle mit Radfahrerbeteiligung zu reduzieren. „Der Schulterblick dauert weniger als eine Sekunde – aber er kann Leben retten“, betonte Tonne am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Sicherheitskampagne zum Thema Schulterblick. Laut Landespolizeipräsident Axel Brockmann sind im vergangenen Jahr in Niedersachsen 63 Radfahrer ums Leben gekommen – das sind 14 Todesfälle mehr als noch 2024. In 17 Fällen hätte ein Schulterblick von Autofahrern oder Radfahrern den Unfall verhindern oder zumindest die Unfallfolgen mindern können, sagte Brockmann. „Es ist ein kleines Bewegungsmuster mit großer Wirkung“, so der Polizeipräsident. Heiner Bartling, Präsident der Niedersächsischen Landesverkehrswacht, wies darauf hin, dass vor allem ältere Radfahrer gefährdet sind. 41 der Getöteten waren über 65 Jahre alt. Zudem seien in 70 Prozent der Radfahrunfälle mindestens ein Auto involviert gewesen. „Die Radfahrenden hatten aber nur bei einem Viertel der Fälle die Hauptverantwortung“, sagte Bartling. Als häufigste Unfallursachen nannte er das Missachten der Vorfahrt, Fehler beim Überholen und einen zu geringen Sicherheitsabstand. Tonne verwies in diesem Zusammenhang auf die Investitionen des Landes in die Radinfrastruktur: Allein im Landesbauprogramm 2026 stellt Niedersachsen rund 26,5 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Radwegen an Landesstraßen bereit. Vorgesehen sind 13 Neubauprojekte, etwa für Schulwege und Pendlerstrecken, sowie 46 Sanierungsmaßnahmen mit einer Gesamtlänge von 130 Kilometern.


