3. März 2026 · 
P und PDigitalisierung

Technik-Experten warnen: Altersgrenze für Social Media ist EU-rechtlich nicht umsetzbar

Holger Bleich, Redakteur beim Technik-Fachmagazin c’t, weist auf die rechtlichen Hürden eines Social-Media-Verbots für Jugendliche hin. In der schwarz-roten Bundesregierung wird darüber nachgedacht, die Nutzung von Social-Media-Plattformen für Unter-14-Jährige zu untersagen. Außerdem wird eine Jugendversion ohne algorithmische Feeds gefordert. „Entscheidend ist nicht nur die pädagogische Debatte, sondern auch die Umsetzbarkeit“, schreibt Bleich. Ein Problem sieht er in dem SPD-Vorschlag, für die Kontrolle der neuen Altersgrenze auf die EUDI-Wallet zurückzugreifen. In dieser App sollen EU-Bürger künftig diverse Ausweisdokumente in digitaler Form hinterlegen können. „In Deutschland wird sie jedoch erst ab 16 Jahren verfügbar sein, weil man sich mit der Online-Ausweisfunktion identifizieren muss“, erklärt Bleich. Auch den Umweg über die Wallet der Erziehungsberechtigten sieht der Fachmann kritisch: „Woher weiß die Plattform, dass die Wallet zu einem Erziehungsberechtigten gehört?“ Im c’t-Interview äußert sich außerdem der Medienrechtler Stephan Dreyer vom Leibniz-Institut für Medienforschung: „Ein nationales Gesetz, das die Plattformanbieter zu Zwecken des Jugendschutzes verpflichtet, wäre nicht mit höherrangigem Recht vereinbar.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #042.
Niklas Kleinwächter
AutorNiklas Kleinwächter

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Technik-Experten warnen: Altersgrenze für Social Media ist EU-rechtlich nicht umsetzbar