Lesen Sie auch: Ob eine Quote wirklich hilft? Die Frauen im Landtag sehen es unterschiedlich Die Politik braucht mehr Frauen In unseren Köpfen herrscht noch keine Gleichberechtigung
Für Laskowski ist das heute ein Schlüsselsatz. Diese Bestimmung in Verbindung mit Artikel 38 (Freiheit des Abgeordneten) und Artikel 20 (Staatsgewalt des Volkes) bedeutet für sie, dass wir in Deutschland in einem „verfassungswidrigen Zustand leben“. Frauen würden „durch Mauscheleien ausgegrenzt“, man erlebe eine „verschleierte mittelbare Diskriminierung“. Weil die weibliche Hälfte des Volkes eben nur von einer Minderheit von Frauen in Parlamenten vertreten werde, komme keine echte Repräsentation mehr zustande. Dem widerspricht der Berliner Politologe Heinrich Oberreuter. Für ihn gehört es zum Grundprinzip der demokratischen Ordnung, dass jeder Abgeordnete das gesamte Volk vertritt und nicht nur einen Teil davon. Die Hamburger Politikwissenschaftlerin Suzanne Schüttemeyer drückt das so aus: „Lieber lasse ich meine Interessen von einem klugen Mann vertreten als von einer inkompetenten Frau.“


