Olaf Lies, Ministerpräsident, hat am Donnerstagabend die überraschende Verständigung der VW-Aufsichtsratsmitglieder auf ein Rettungskonzept für das Unternehmen gelobt: „Die Herausforderungen für Volkswagen und die deutsche Automobilindustrie sind angesichts des internationalen Wettbewerbs enorm. Umso wichtiger ist, dass wir nun die unterschiedlichen Positionen zu einem zukunftsfähigen Konzept zusammengeführt haben. Das hat Volkswagen immer stark gemacht: Wir finden gemeinsam Lösungen. Hier haben sich die vielen Gespräche der letzten Tage und Wochen auf allen Ebenen gelohnt.“ Vom Beschluss gehe ein Signal zur Transformation aus. „Wir investieren kräftig in die Zukunftsfähigkeit und steigern die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen. Gleichzeitig werden wir für alle Standorte langfristige Perspektiven entwickeln – mit neuen Fahrzeugen, wo dies wirtschaftlich ist, und mit neuen Formen industrieller Wertschöpfung.“ Noch vor der eigentlichen Aufsichtsratssitzung, die am 4. September beginnen sollte, hatten sich die Mitglieder am Abend vorher verständigt. Der Beschluss über die Aufgabe von Werken wurde nicht getroffen. Im Vorfeld hatte der Vorstand die Schließung der VW-Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm bis 2031 und 2034 empfohlen - das war auf massive Kritik von iG Metall und niedersächsischer Landesregierung gestoßen. Offenbar sieht die Einigung jetzt vor, für diese Werke bis Mitte 2027 neue Verwendungsmöglichkeiten zu suchen. Fest steht aber wohl, dass sie für ihre bisherige Produktion nicht mehr in Betracht kommen. Für das Werk in Hannover war der Vorschlag eines Zentrums für autonomes Fahren ins Gespräch gekommen.


