Niedersachsen will Behördendaten für Wissenschaft und Wirtschaft bereitstellen
In der Wissensgesellschaft spielen Daten eine immer wichtigere Rolle – für die Wissenschaft aber nicht zuletzt auch für die Wirtschaft. Niedersachsens Wirtschaftsministerium soll deshalb ein Konzept zum Umgang mit öffentlichen Daten erstellen. Damit folgt das Land dem Programm der EU-Kommission zum „gemeinsamen digitalen Binnenmarkt“. Wie die Landesregierung gestern beschlossen hat, sollen bis zur Sommerpause alle Ressorts dem Ministerium von Bernd Althusmann (CDU) zuarbeiten und an der Entwicklung dieser sogenannten „Open Data“-Strategie mitwirken. In Zukunft soll dann klar geregelt werden, welche Rohdaten für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden können und welche Dateiformate dafür dann etwa infrage kommen.
Die Staatskanzlei nennt dabei beispielhaft die Daten zum Autobestand, die polizeiliche Unfallstatistik oder Absolventenzahlen von Berufsschulen, die hierzulande „entgeltfrei, maschinenlesbar, übersichtlich und dauerhaft“ zur Verfügung gestellt werden. Ausgenommen sind ausdrücklich personenbezogene und sicherheitsrelevante Daten. Für die Öffentlichkeit könnten aber auch Daten zur Umwelt- und Wasserqualität, zur Unterrichtsversorgung oder zur Parkplatzsituation spannend sein. „Daten sind der wichtigste Rohstoff der Digitalwirtschaft“, erklärte Althusmann. „Weltweit versuchen Wissenschaftler neue Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen und tüfteln Startups an neuen digitalen Geschäftsmodellen. Die Bereitstellung offener Daten eröffnet große Chancen für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.“
Verwaltungsdaten sollen auf Plattform GovData bereitgestellt werden
Niedersachsen will mittelfristig Verwaltungsdaten über die Daten-Plattform GovData bereitstellen, an der sich neben dem Bund auch schon zwölf weitere Länder beteiligen. Dort befinden sich bislang mehr als 36.000 Datensätze. In der Kategorie „Regierung und öffentlicher Sektor“ findet man beispielsweise Bebauungspläne von Norderstedt genauso wie das Protokoll der Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel aus dem April 1950. Im Umweltbereich bietet die Plattform Echolotdaten der Nordsee oder Informationen zur öffentlichen Wasserversorgung. Es werden Rohdaten zur Schwarzarbeit neben Statistiken zur Milchverarbeitung veröffentlicht.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #028.