Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft, spricht sich für eine dreimonatige Schonzeit für Wölfe aus. „Für uns Jäger sind wildbiologische Faktoren die entscheidenden Kriterien für ein funktionierendes Bestandsmanagement beim Wolf. Selbstverständlich gehört für uns dazu auch der Elterntierschutz. Wir plädieren daher für eine dreimonatige Schonzeit in den Monaten April, Mai und Juni“, erklärte er im Vorfeld des an diesem Donnerstag in Hannover tagenden Dialogforums „Weidetierhaltung und Wolf“. Dammann-Tamke formulierte darüber hinaus noch weitere Erwartungen seines Verbands an die Umsetzung der neuen Wolfspolitik auf Landesebene. Dass im Rahmen des Schnellabschussverfahrens an dem vom Bund vorgesehenen 20-Kilometer-Radius rund um einen Nutztierriss festgehalten wird, bezeichnet der Jägerschafts-Präsident als „essentiell für ein erfolgreiches Rissmanagement“. Er kritisiert damit den verringerten Radius von einem Kilometer, den Niedersachsens Landesregierung in einer Handreichung vorschlägt. Dies sei auch erforderlich, um die Anonymität und den Schutz der handelnden Personen zu wahren, argumentiert Dammann-Tamke. Darüber hinaus spricht er sich dafür aus, in den sogenannten Interventionsgebieten mit erhöhtem Rissgeschehen im Zweifelsfall auch ganze schadenverursachende Wolfsrudel entnehmen zu können. „Unverhandelbar“ sei für die Landesjägerschaft zudem, dass die Zuständigkeit für die Maßnahmen des Wolfsmanagements bei den Landkreisen als Untere Jagdbehörde liegen muss. Seit April gilt auf Bundesebene ein neues Regelwerk für den Umgang mit dem Wolf. Die schwarz-rote Regierungskoalition hat den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen. Die Länder sind nun dafür zuständig, entsprechende Managementpläne aufzustellen, die den Schutz der Weidetierhaltung mit Artenschutz und Akzeptanz im ländlichen Raum in Einklang bringen soll.


