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Auch abseits des Handels ist die Lage in der niedersächsischen Wirtschaft düster, und es gibt keine Hoffnung auf eine schnelle Änderung. Die Wirtschaft hat sich in einem historischen Tief verfestigt, sagte Schrage und bezog sich die Umfrage, an der sich mehr als 1900 Unternehmen im Land beteiligt hatten. „Der Aufholprozess wird mühsam und schwierig“, zeigte sich der IHKN-Chef überzeugt. Die Wirtschaftsleistung in Niedersachsen dürfte in diesem Jahr um 25 Milliarden Euro geringer sein als im Vorjahr. Jedes fünfte Unternehmen rechnet für 2020 mit einem Umsatzrückgang von mehr als 25 Prozent. Gegen eine schnelle Besserung spricht, dass die Industrie als das üblich Zugpferd erst einmal ausfällt.
Laut IHKN hat sie den Tiefpunkt noch nicht einmal erreicht, zwei Drittel der Unternehmen gehen immer noch von rückläufigen Umsätzen aus. „Wenn hier keine Talsohle in Sicht ist, müssen wir für das dritte und vierte Quartal weiter mit ungünstigen Nachrichten rechnen“, formulierte Schrage vorsichtig. „Ein erneuter Lockdown wäre für uns schlichtweg nicht vorstellbar. Wir sind weit weg von der Normalität und haben nach wie vor sehr kritische Lage“, mahnte Schrage. Sorgen bereitet dem Kammer-Chef auch das Ausbleiben von Investitionen, was sich mittelfristig auch negativ auszuwirken drohe. Die Unternehmen stellten mittelfristige Planungen zurück. „Die Unsicherheit ist groß, sie fahren auf Sicht“, sagte Schrage, der das für rational hält, auch wenn es für die gesamte Wirtschaft später zu einer Belastung wird. Dadurch werde deutlich, dass man so schnell nicht aus der Krise herauskommen werde.
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Zwei einigermaßen gute Nachrichten gab es dann allerdings doch: Zum einen sind die Auftragsbücher im Bauhauptgewerbe immer noch prall gefüllt, was laut Schrage auch im kommenden Jahr in der Branche noch für genügend Arbeit sorgen wird. Die Kopfschmerzen kommen auf dem Bau dann vielleicht nachgelagert 2022, weil sich die jetzt unterlassenen Investitionen dann in der Branche negativ auswirken werden. Und auf dem Ausbildungsmarkt ist die Lage nicht so schlimm wie erwartet. Schrage geht bei den neuen Ausbildungsverträgen zwar von einem Minus von zehn bis 15 Prozent aus. Das liege aber nicht an zu wenig Ausbildungsplätzen. Vielmehr gebe es in diesem Jahr deutlich weniger Bewerber, zum einen durch den wegfallenden Abiturjahrgang, zum anderen, weil sich viele Jugendliche in der Corona-Krise noch nicht damit beschäftigt haben, wie es weitergeht und offensichtlich noch zögern. „Der Rückgang der Bewerber ist höher als der Rückgang der Ausbildungsplätze“, stellte Schrage fest.

