Prof. Timo Wollmershäuser, Leiter für Konjunkturprognosen beim ifo-Institut, hat seine Erwartungen an das deutsche Wirtschaftswachstum für 2022 deutlich zurückgeschraubt. „Wir erwarten in diesem Jahr nur noch zwischen 2,2 und 3,1 Prozent Wachstum“, sagte der Wirtschaftsexperte. Im Dezember ging er noch davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um 3,7 Prozent zulegen wird. Wollmershäuser erläuterte: „Die russische Attacke dämpft die Konjunktur über deutlich gestiegene Rohstoffpreise, die Sanktionen, zunehmende Lieferengpässe bei Rohmaterialien und Vorprodukten sowie erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit.“ Bei der Inflation korrigierte das ifo-Institut seine Prognose für 2022 von 3,3 auf 5,1 bis 6,1 Prozent deutlich nach oben. Wegen der unsicheren Lage berechnen die Wirtschaftsforscher zwei Prognosen, die unter anderem eine unterschiedliche Entwicklung der Energiepreise unterstellen. Das optimistische Szenario nimmt an, dass der Ölpreis von derzeit 101 Euro pro Fass zum Jahresende auf 82 Euro fällt. Der Preis für Erdgas sinkt parallel dazu von 150 Euro pro Megawattstunde auf 108. Im pessimistischen Szenario geht das ifo-Institut von Jahresendpreisen in Höhe von 122 Euro pro Fass beim Öl und 163 Euro pro Megawattstunde beim Erdgas aus.


