Freunde weg, Job weg, Geld weg: Das ist dem Staat am Ende 25 Euro am Tag wert
Dass die Diskussion in der Politik seit Jahren im Hintergrund anhält, ohne die Öffentlichkeit maßgeblich zu erreichen, ist indes nicht verwunderlich. „Keiner redet gerne über das Gefängnis. Das ist vielfach ein Tabu-Thema“, sagt der SPD-Justizpolitiker Marco Brunotte. Zudem sind die Betroffenen häufig nur schwer in der Lage, sich genügend Gehör verschaffen zu können. Umso mehr braucht es einen Staat, der sich zu seinen Fehlern offen bekennt und die Betroffenen danach entsprechend unterstützt. Wer hier knausert, handelt nicht verantwortungsbewusst.
Nun soll wieder einmal zunächst eine Studie abgewartet werden, so nennt man in der Sprache der Politik das, was geheimhin als „auf die lange Bank schieben“ bezeichnet wird. Nach dem Abschlussbericht der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden zum Thema Haftentschädigungen wird es wohl Änderungsbedarf geben, heißt es aus dem Justizministerium.
Die Fertigstellung der Studie in diesem Herbst sollte die letzte Frist sein, um die Opfer von Fehlentscheidungen der Justiz besserzustellen. Die Politik kann nicht nur jahrelang über Verantwortungsbewusstsein diskutieren, sie muss es mit einer Entscheidung auch deutlich machen. Das ist der Staat allen Menschen schuldig, die Opfer der Justiz werden können. Es sind mehr als man denkt.
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