8. Apr. 2021
Wirtschaft

Gips-Industrie appelliert an die Landespolitik

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Gips, Thomas Bremer, hat eindringlich an die Landespolitik zum Dialog appelliert. Es geht um den Wunsch der Firmen, einen weiteren Abbau von Naturgips im Südharz zuzulassen. Im Entwurf des neuen Landesraumordnungsprogramms (LROP) ist das auch berücksichtigt worden – sehr zum Ärger von Natur- und Landschaftsschützern, vor allem des BUND.

Der BUND wirft der Landesregierung Wortbruch vor, da Ministerpräsident Stephan Weil noch im Juli 2019 schriftlich zugesagt habe, sich an den 1988 geschlossenen „Gips-Kompromiss“ zu halten und keine neuen Vorranggebiete zum Rohstoffabbau vorzusehen. Davon weicht nun der Entwurf des LROP ab, was eine heftige Diskussion ausgelöst hat. Thomas Bremer und der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller, hoffen nun auf einen „intensiven Dialog mit der Landesregierung“, insbesondere mit Umweltminister Olaf Lies.

Wie Bremer erklärt, sei der geplante Eingriff in die einzigartigen Gipskarstflächen im Südharz „minimal“, betreffe also nur zehn Prozent des Areals. Auf der anderen Seite sei ohne weiteren Naturgips die weitere Bautätigkeit, gerade mit Blick auf die Bemühungen um verstärkten sozialen Wohnungsbau, in Gefahr. Der REA-Gips, der bei der Rauchgasentschwefelung anfällt, laufe bis 2038 völlig aus, da die Kohlekraftwerke Zug um Zug abgeschaltet werden sollen. REA-Gips mache bisher aber einen Anteil von bis zu 60 Prozent aus. Eine Versorgungslücke drohe. „Wenn man nun Naturgips importiert, ist das auch keine Lösung, da die Rücksichtnahme auf die Natur dann nicht größer sein wird“, meint Bremer.

Martin Brüning
AutorMartin Brüning