
Thea Dückert, führende Politikerin der Grünen in den späten 80er und frühen 90er Jahren, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Die promovierte Volkswirtschaftlerin war in einer wichtigen Phase der Partei in hohen verantwortungsvollen Positionen. Sie wurde 1986 in den Landtag gewählt und steht für die enge Verständigung mit dem damaligen Oppositionsführer Gerhard Schröder von der SPD. Gemeinsam mit Jürgen Trittin und ihrem engen Weggefährten Hannes Kempmann, der erst kürzlich verstorben ist, zählte sie zwischen 1990 und 1994 zu den Architekten der ersten rot-grünen Landesregierung. Mit sachlicher Konsequenz und Kompromissfähigkeit gelang es ihr, Konflikte zu entschärfen und erfolgreich an die Koalitionstreue zu appellieren. Das war nicht einfach in einer Zeit, die von einem sehr selbstbewussten, nach Fundamentalismus strebenden Landesverband der Grünen geprägt war und von einem Ministerpräsidenten, der ausgesprochen selbstbewusst und wenig moderierend wirkte. 1994 beendete die absolute SPD-Mehrheit Rot-Grün, Dückert wurde 1996 an die Spitze des Landesverbandes gewählt, konnte dort aber nicht integrierend wirken und trat nach einem Jahr zurück. 1998 wurde sie für ihre Heimatstadt Oldenburg in den Bundestag gewählt und blieb dort bis 2009. Die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik waren ihre Schwerpunkte. Die Grünen verlieren mit Dückert eine wichtige Persönlichkeit, die weniger durch lautstarke öffentliche Auftritte und mehr mit taktischem Geschick und strategischem Weitblick die Partei geprägt hat.


