Zu Beginn dieser Woche wäre Bundeskanzler Konrad Adenauer 150 Jahre alt geworden. Vieles, wofür er stand, steht heute mehr oder weniger offen zur Disposition. Völkerrecht. Westbindung. Soziale Marktwirtschaft. Das Soja-Würstchen.
Das Soja-Würstchen? Dass Adenauer immer dann, wenn er nicht beruflich tätig werden konnte, zu kreativen Höchstleistungen aufgelaufen ist, war mir bekannt. Was sind wir dem Alten dankbar für die Gießkanne mit Brause- oder die Gartenharke mit Hammerkopf!

Doch diese eine kulinarische Spezialität, das Soja-Würstchen, hat es erst jetzt wieder in meine Wahrnehmung geschafft – aus aktuellem politischem Anlass. Weil es in der EU um die Wurst geht (Kernfrage: Wann ist eine Wurst eine Wurst?), stehen plötzlich auch Adenauers Kochkünste wieder im Fokus der medialen Berichterstattung.
Adenauers Sparwurst aus Fleischbrühe und Soja war kein Diätprogramm und keine Tierwohlaktion. In Zeiten der Knappheit, während des ersten Weltkriegs, war der spätere CDU-Kanzler für die Ernährungssicherheit in Köln verantwortlich – und suchte nach Dingen, die nahrhaft und billig sind.
Mangelernährung droht den Deutschen derzeit zwar (noch) nicht, aber die Ernährung der Zukunft knüpft zumindest bei der Proteinmische für Würstchen an altbewährte Adenauer-Anleitungen an. Beim ZERN forscht man unter anderem an der Currywurst von morgen, in der neben Schwein auch Erbsen stecken könnten. Was ansonsten auf der Forschungsagenda steht, lesen Sie heute im Rundblick.
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Ihr Niklas Kleinwächter


