Wir machen die Zyklen nicht so extrem mit wie die Industrie. Und wir behalten auch in schlechten Zeiten unsere Beschäftigten.
Dass die aktuell hohe Auslastung der Betriebe den geplanten Zuwachs beim Wohnungsbau bremsen könnte, befürchtet Steinmann nur begrenzt. Derzeit verzeichnet die Kammer eine ausgezeichnete Auftragslage. Das liege auch an der hohen Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern und Gewerbebauten. Die Baubetriebe seien allerdings flexibel, wenn die Nachfrage noch weiter steigt. Man könne die Kapazitäten zum Beispiel durch Mitarbeiter aus Osteuropa erweitern. Schwieriger sei es im Ausbauhandwerk, darunter fallen zum Beispiel Glaser, Fliesenleger oder Installateure. Hier sei Deutschland bei den Tätigkeiten auf einem sehr hohen Niveau, auch was die technischen Voraussetzungen anbelange. Die Betriebe dürfte deshalb Schwierigkeiten haben mitzuziehen.
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Für Steinmann wäre die Bundesregierung gut beraten, die technischen Standards „nicht weiter durch die Decke gehen zu lassen“. Es müsse schließlich für den Eigentümer finanzierbar bleiben. „Irgendwann muss auch einmal Schluss sein. Nicht alles, was uns technisch weiterbringt, hat auch die entsprechenden Effekte. Es ist egal, ob man 15 oder 20 Zentimeter Dämmung auf dem Haus anbringt, wenn die letzten fünf Zentimeter nur eine Verbesserung von einem Prozent bringen.“ Gerade im sozialen Wohnungsbau werde man sich über Standards unterhalten müssen. Schließlich solle ja deutlich mehr gebaut werden, und dafür müsse man auch die Investoren finden. Der konjunkturelle Aufwärtstrend macht sich in allen Landkreisen des Kammerbezirks bemerkbar. Spitzenreiter ist die Region Hannover, wo vor allem die Baubranche als entscheidender Treiber ausgemacht wird, vor den Kreisen Nienburg und Diepholz. Hameln-Pyrmont und Schaumburg bilden wie gewohnt das unter Ende ab. Allerdings liegen alle Kreise im Index nicht beisammen. Auffällig ist, dass sich der Index im Kreis Nienburg wieder erholt hat. Er war bei der letzten Erhebung aufgrund der Ankündigung des Autositzherstellers Faurecia, den Standort zu schließen, stark zurückgegangen. Inzwischen scheint sich das zu verzögern, deshalb gibt es diesmal keine größeren Auswirkungen auf den Geschäftsklimaindex.


