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Was auf die DFL-Entscheidung folgte, war eine Verkettung unglücklicher Umstände. So sieht man es zumindest in Niedersachsens Sicherheitsbehörden und in der hannoverschen Stadtverwaltung. Denn am Montag vor Ostern sollte Braunschweig in Dresden spielen – womit der Wunschtermin Gründonnerstag der Polizei nicht erfüllt werden konnte. Eine Spielpause von nur zwei Tagen für Braunschweig ist nach den Regeln der DFL Wettbewerbsverzerrung und damit nicht möglich. Es wurmt die Sicherheitsbehörden aber, dass ein Verschieben des Montagsspiels offenbar nicht ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. „Das Argument der Spielpause ist richtig, aber die DFL hätte für dieses Montagsspiel eine andere Verabredung finden können“, ist Weil sich sicher. Die DFL argumentierte stattdessen, dass zu dem Zeitpunkt, an dem die Partien konkret auf den Osterspieltag verteilt wurden, für den Spieltag zuvor nichts mehr zu ändern war. Doch neben der Aussicht auf neues algorithmisches Zahlenchaos dürften auch wirtschaftliche Interessen dazu beigetragen haben, den Spieltag nicht mehr anzurühren. Denn für den Bezahlsender Sky, mit dem die DFL kooperiert, ist ein Risikospiel am Montag lukrativer als eins am Gründonnerstag. Genauso wie ein Derby am Ostersonnabend.
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So bekam die Partie mit Hannover 96 den Ostersonntag zugeteilt. Denn Ostermontag wiederum wird der Hamburger HSV gegen Werder Bremen in der ersten Bundesliga spielen – wieder ein Risikospiel, das die Unterstützung der niedersächsischen Polizei fordert. Am Karfreitag wird aus Prinzip nicht Fußball gespielt, blieb nur der Sonnabend als Alternative – eine Wahl zwischen Pest und Cholera, wie es in Sicherheitskreisen heißt.
https://soundcloud.com/user-385595761/hannover-96-vs-eintracht-braunschweig-spieltipp-von-stephan-weil
Doch obwohl die Stadt und vor allem der Einzelhandel, der nun auch betroffen ist, über die Verlegung des Spiels auf Sonnabend schimpfen, so hat sich die Lage aus Sicht der Polizei etwas verbessert. Denn bei einem Sonntags- oder gar Montagsspiel müsste die Polizei tagelang in Alarmbereitschaft stehen, für den Fall, dass sich die verfeindeten Ultrafangruppen vor dem Spiel treffen, um ihre sogenannte „Dritte Halbzeit“ auszutragen. Ein solches Treffen zur Massenschlägerei hatten die Gruppen schon am Abend vor dem Hinspiel in Hildesheim im vergangenen November geplant. Doch die Polizei erfuhr davon und nahm über 150 hannoversche Hooligans in Gewahrsam. Sicher einer der Gründe, weshalb die eigentliche Partie weitgehend ruhig abgelaufen war. Fraglich ist jedoch, ob die Ultras das Risiko vor dem Rückspiel noch einmal eingehen und ob die Polizei wieder rechtzeitig davon erfährt. Dazu kommt die Unberechenbarkeit der Szene. Die Eintracht Braunschweig steht zurzeit auf dem zweiten Tabellenplatz, Hannover 96 ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Wäre die Saison jetzt zu Ende, stiege Braunschweig auf, Hannover müsste sich noch einmal beweisen. Doch es ist nur ein Punkt, der die Mannschaften derzeit trennt. Es ist daher noch alles offen, und darin liegt großes Konfliktpotenzial. Zeigt sich im Spiel, dass eine Seite den Aufstieg der Anderen bedroht, so dürfte mit Gewalt zu rechnen sein. Die Polizei ist zufrieden mit der Aussicht, dieses unglückliche Spiel schon Sonnabendabend hinter sich zu haben. Doch im Gesamtbild ist das für die Sicherheitsbehörden nur ein schwacher Trost. (isc)


