21. Okt. 2015 · 
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Zehn Prozent der Landeswälder sollen sich natürlich entwickeln

(rb) Hannover. Niedersachsens Landeswälder sollen sich bis zum Jahr 2020 mit einem Anteil von zehn Prozent natürlich entwickeln können. Diese Zielvorgabe des Programms „Natürliche Waldentwicklung“ (NWE) haben am Dienstag das Forst- und das Umweltministerium bekanntgegeben. Das heißt, dass auf den entsprechend ausgewiesenen Flächen auf Pflegemaßnahmen und die Holzernte verzichtet wird, um auf diese Weise die biologische Vielfalt von Flora und Fauna deutlich zu erhöhen. Nach Angaben von Forstminister Christian Meyer lag der Anteil des nutzungsfreien Waldes im Eigentum des Landes beim Regierungswechsel von 2013 bei 5,1 Prozent. Seither hätten die Landesforsten fast 11 500 Hektar zusätzliche „Hotspots der Artenvielfalt“ neu ausgewiesen. Damit sei bereits jetzt mit 27 800 Hektar ein Anteil von 8,3 Prozent gesichert worden. Meyer sprach von einem „Meilenstein für den Naturschutz“. Unter dem Motto „unser Wald soll wilder werden“ forderte der Grünen-Politiker auch die übrigen Waldeigentümer wie den Bund, Stiftungen, Kirchen und Kommunen sowie sonstige private Waldbesitzer dazu auf, diesem Beispiel zu folgen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen. Darüber hinaus forderte Meyer gemeinsam mit dem zuständigen Abteilungsleiter im Umweltministerium, Kay Nitsche, die Bürger/innen dazu auf, bis zum Stichtag 18. Dezember eigene Vorschläge für weitere Landesflächen zu machen, die in das Programm aufgenommen werden könnten. Voraussetzung dafür ist eine Mindestgröße von 3000 Quadratmetern, gern auch größere zusammenhängende Flächen. Zu den bereits ausgewiesenen nutzungsfreien Flächen gehören demnach bereits vorhandene Naturwälder, der Nationalpark Harz und sogenannte Biologische Hotspots, das sind biologisch vielfältige, aber gefährdete Gebiete. Der größte Anteil entfällt nach Nitsches Angaben mit über 9500 Hektar auf naturnahe alte Buchenwälder sowie mit 5780 Hektar auf alte Fichtenbestände vor allem im Harz; alte Eichenwälder seien mit 1740 Hektar ebenfalls aus der Nutzung genommen worden. Die bereits ausgewiesenen „wilden“ Flächen sind in einem neuen Online-Portal unter www.nwfva.de/NWE5ip dargestellt. Mit dem Projekt setzt das Land nicht nur einen Punkt aus dem rotgrünen Koalitionsvertrag um, sondern folgt auch den Zielen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung, heißt es.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #193.
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