26. Nov. 2015 · 
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Viel Bewegung in der beruflichen Bildung

(rb) Hannover. „Am Ende muss das duale System aus sich heraus überzeugen, attraktiv sein und Jugendliche begeistern“ – diese Zielvorstellung hat Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am Mittwoch in ihrer Eröffnungsrede zu der Fachtagung „Vorfahrt für Duale Berufsausbildung“ in der Multi-Media-Berufsschule auf dem hannoverschen Expo-Gelände formuliert. Vor 250 Teilnehmer/innen aus Verbänden, Organisationen und Schulen stellte sie die Bausteine zur Stärkung der dualen Berufsausbildung und zum Abbau der sogenannten Übergangssysteme vor, die seit dem vergangenen Jahr vom „Bündnis Duale Berufsausbildung“ unter Federführung des Kultusministeriums erarbeitet wurden. Dazu zählt u.a.; dass die Träger überbetrieblicher Lehrlingsunterweisung bis 2018 jährlich drei Millionen Euro an reinen Landesmitteln für notwendige Modernisierungen erhalten und die Lehrgänge selbst weiter unterstützt werden. Mit den Handwerkskammern, der Landwirtschaftskammer und der Bauindustrie ist für den 10. Dezember eine „Zukunftserklärung“ geplant, um die hohe Qualität der überbetrieblichen Berufsausbildung gemeinsam zu sichern. Die vollqualifizierende Berufsfachschule etwa für soziale und Gesundheitsfachberufe sowie Fachschulen, die Fachoberschule und das berufliche Gymnasium werden auch künftig wichtige Anbieter von formal höherwertigen Schulabschlüssen bleiben und entsprechend unterstützt. Der Ausbau der berufsbildenden Schulen als Regionale Kompetenzzentren wird weiter verfolgt, und die eigenverantwortliche Budgetierung werde optimiert, heißt es. Eine Arbeitsgruppe soll Vorschläge für ein geeignetes zukunftsfähiges Verfahren der Stellenbewirtschaftung machen, eine andere sich mit der Weiterentwicklung der Regionalen Kompetenzzentren auseinandersetzen. Endgültige Entscheidungen dazu werden voraussichtlich im ersten Quartal 2016 fallen. Zur Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen gibt es bereits ein Musterkonzept, das ebenfalls zu Beginn nächsten Jahres vorgelegt wird. Die Zusammenarbeit mit Kammern und Sozialpartnern wird intensiviert. „Jugendberufsagenturen“ als zentrale Anlaufstellen werden derzeit in zwölf Kommunen aufgebaut. Zum „Einstiegssystem berufsbildende Schule“ hat sich am 12. November eine Arbeitsgruppe konstituiert, die sich auch mit der Integration unversorgter Jugendlicher in die duale Berufsausbildung befassen wird. „Wir erwarten in dieser Arbeitsgruppe u.a. eine intensive Debatte darüber, inwieweit Bildungsgänge neu geordnet oder sogar abgeschafft werden können“, betonte Heiligenstadt.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #219.
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