(rb) Hannover. Geringe Schäden an den wichtigsten Baumarten, kein Waldsterben und auch keine negativen Auswirkungen durch die Wetterextreme dieses Jahres: Niedersachsens Wälder sind 2015 gesundheitlich stabil geblieben. Das ist die Kernaussage des diesjährigen Waldzustandsberichts der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen, den Forstminister Christian Meyer am Montag vorgestellt hat. Demnach wies nur noch ein Viertel der älteren Buchen, Eichen und Fichten Kronenverlichtungen auf, die Bäume anfälliger machen für Witterungseinflüsse und Schädlinge. Dennoch sorgt sich der Minister um die künftige Entwicklung. Es müsse mehr getan werden, um die anhaltend hohen Stickstoffeinträge aus der Luft zu senken, denn diese seien Gift für den Boden und den Wald, die in Teilen noch unter der „sauren Altlast“ leiden. Zudem habe sich in den vergangenen Jahren eine „Eichenfraßgesellschaft“ aus Raupen verschiedener Schmetterlinge stark vermehrt und viele wertvolle Eichenbestände kahl gefressen, sagte Meyer. Zwar gab er hier eine „leichte Entwarnung“; dafür hätten sich die sogenannten Buchen-Komplexerkrankungen ausgeweitet, die im Solling ältere Buchenwälder gefährdeten. Was die Schadstoffbelastungen betrifft, nannte Meyer abnehmende Schwefeleinträge und Stickstoff-Immissionen, aber auch Ammoniak-Einträge aus der Landwirtschaft. Ein weiteres Thema des Waldzustandsberichts war der Klimawandel, der nach Meyers Angaben nun endgültig in Niedersachsen angekommen sei. Die Jahresmitteltemperatur habe sich seit Beginn der 90-er Jahre um knapp ein Grad erhöht. Damit liege Niedersachsen im globalen Trend. Das Jahr 2015 sei das wärmste gewesen seit der Aufzeichnung von Wetterdaten. Gleichwohl bleibe der Wald „unser bester Klimaschützer“, betonte der Grünen-Politiker. Allein der niedersächsische Wald speichere rund 230 Millionen Tonnen Kohlenstoff, davon rund 45 Prozent im Waldboden und 55 Prozent im Holz. Meyer empfiehlt den Förstern und Waldbesitzern, mehr standortgerechte, heimische und klimasichere Baumarten anzupflanzen.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #222.