Liebe Niedersachsen,

diejenigen, die zu einem gesunden Egoismus neigen, halten den Klimawandel für eine gute Sache. Wer wünscht sich angesichts des aktuellen Wetters nicht wärmere Winter hier im schönen Niedersachsen? Und auch ein mögliches Näherrücken der Küstenlinie an die Landeshauptstadt hätte Vorteile. Wir müssten mit unseren dicken Autos nicht mehr so weit zum Strand fahren, und das wäre ja dann gut für das Klima – so schließt sich der Kreis.

Außerdem gibt es einen weiteren Vorteil für unser Bundesland. Galt es bisher als Land der Schweine, immerhin gibt es hier in etwa so viele Schweine wie Menschen, steigt durch die wärmeren Temperaturen die Anzahl der Mäuse rapide. Das könnte zu einem starken Imagewandel führen, denn Schweine sind zwar irgendwie niedlich. Dennoch klingt es besser, wenn man aus dem Land der Mäuse und nicht aus dem Land der Schweine kommt. Der Claim „Niedersachsen – bei Dir piept’s wohl“ wird sich vermutlich nicht durchsetzen. Diese leichte Anpassung der aktuellen Kampagne aber wohl schon:

Foto: CreativeNature_nl, MB, Land Niedersachen

Den Landwirten ist die ganze Entwicklung natürlich überhaupt nicht recht. Nicht nur, dass sie mit einer Mäuseplage nicht viel anfangen können (Artikel dazu hier), jetzt müssen sie sich auch noch um das Klima sorgen und nicht wie bisher vor allem um das Wetter. Mein Kollege Niklas Kleinwächter berichtet heute darüber. Apropos Wetter: „An Martina Sonnenschein, verheißt viel Frucht und guten Wein“, lautet die Bauernregel für den heutigen Tag. Und jetzt raten Sie mal, was heute definitiv mal wieder nicht scheint…

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„Über Niedersachsen lacht die Sonne, über die Pflegekammer die ganze Welt“, würden Kammerkritiker vermutlich texten. Aber erstens lacht ja über Niedersachsen gar nicht die Sonne, und zweitens ist beim Thema Pflegekammer inzwischen niemandem mehr zum Lachen zumute. Die Atmosphäre ist giftig, es hagelt Vorwürfe und sogar eine Anzeige – auch wenn eine Anzeige nicht hageln kann, sehen Sie’s mir nach.

In der Landtagsdebatte wurden gestern die zwei grundsätzlich unterschiedlichen Positionen zur Kammer durch die Reden von Uwe Schwarz (SPD) und Stephan Bothe (AfD) deutlich. Vergleichen Sie selbst:

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Ich habe übrigens der Eindruck, dass Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil von der Idee einer Bundesglücksspielregulierungsbehörde in Helmstedt noch nicht ganz überzeugt ist. Mein Eindruck ergibt sich aus seinem Gesichtsausdruck auf dem Facebook-Foto der Landtagsabgeordneten Veronika Koch (siehe unten). Während Wirtschaftsminister Bernd Althusmann offenbar nur fragt „Wo muss ich unterschreiben?“ sieht Weil eher skeptisch aus. Warum nur? Der Behördenstandort ist doch die beste Idee, die die Landesregierung nicht hatte?

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Jetzt muss das Land schnell aktiv werden, denn als künftiges Land der Mäuse wissen wir natürlich: Wer sich mausig macht, den fressen die Katzen.

Ich wünsche Ihnen Sonne im Herzen an diesem mausgrauen Donnerstag

Martin Brüning