18. Feb. 2016 · 
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Madsack und DDVG unbeeindruckt von Landtagsentschließung

(rb) Hannover. Die Bemühungen der Landesregierung, der hannoverschen Abgeordneten und des Landesparlaments insgesamt, die von der Mediengruppe Madsack zum Ende dieses Jahres geplante Schließung der unternehmenseigenen Druckerei in Hannover-Kirchrode zu verhindern, haben nicht zum gewünschten Erfolg geführt. In einer Unterrichtung an den Landtag zu einer entsprechenden Entschließung des Parlaments vom September vergangenen Jahres hat die Landesregierung jetzt mitgeteilt, dass es nicht zu einer Rücknahme der Schließungsentscheidung kommen wird. Es werde – auch schon vor dem Zeitpunkt der Landtagsentschließung – ein Dialog mit der Verlagsgruppe Madsack, dem Betriebsrat und den Gewerkschaften geführt; auch der größte Anteilseigner, die SPD-eigene Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG), die 23 Prozent an der Verlagsgruppe hält, sei um Aufklärung über die Hintergründe gebeten worden, was zu deren Zustimmung zu den Umstrukturierungsplänen geführt hat. Neben der Sorge um den Standort mit 174 betroffenen Arbeitsplätzen wird von der Landesregierung wie vom Landtag weiterhin kritisiert, dass die Druckaufträge an ein nichttarifgebundenes Unternehmen in Rodenberg (Landkreis Schaumburg) vergeben worden sind. In ihrer Unterrichtung verweist die Landesregierung auf Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft über einen Sozialplan sowie einen Sozialtarifvertrag. Demnach sollen von den 174 Beschäftigten voraussichtlich 148 Sozialplanleistungen bekommen. Die übrigen Mitarbeiter/innen würden durch beginnenden Ruhestand oder Auslaufen befristeter Verträge ausscheiden. Vorgesehen sind demnach als Sozialplanleistung Abfindungen in Höhe von 1,25 Gehältern pro Beschäftigungsjahr. Die Abwicklung soll über eine Transfergesellschaft erfolgen. Einige Personen aus der Druckereibelegschaft hätten zudem Interesse an einem der 45 bei der Rodenberger Druckerei entstehenden Arbeitsplätze bekundet. Hier seien aber nach Kenntnis der Landesregierung noch keine Entscheidungen gefallen. In dem Landtagsbeschluss war Madsack u.a. dazu aufgefordert worden, dafür Sorge zu tragen, dass die neu entstehenden Arbeitsplätze bei der künftigen Fremd-Druckerei des Verlages vorrangig an Mitarbeiter/innen der jetzigen Madsack-Druckerei vergeben werden – wenn die Schließung und Auslagerung der Aufträge schon nicht verhindert werden könne. Die DDVG war aufgefordert worden, Verantwortung für die Arbeitsplätze am Standort Hannover zu übernehmen und „an einem auf Tarifflucht abzielenden Geschäftsmodell“ nicht weiter mitzuwirken. Auch dies offenbar ohne Erfolg.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #34.
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