Es darf nicht sein, dass Menschen ohne Auto ein kleines Vermögen ausgeben müssen, nur um zum Arzt in den Nachbarort zu kommen.
Nun ist es wirtschaftlich verständlich, wenn kein Unternehmen eine Buslinie in einen Ort betreiben will, auf der am Tag nur drei Menschen mitfahren. Aber dann muss eine andere Lösung her. Bürgerbusse sind eine schöne, weil gemeinschaftsbildende Lösung. Die Fahrer und ihre Passagiere kennen sich oft gut, da wird auch mal eine Ausnahme gemacht und ein kurzer Umweg gefahren, um jemanden näher am Zuhause abzusetzen. Doch Bürgerbusse rentieren sich für die privaten Betreiber oft nicht, stattdessen kosten sie mehr als der Aufwand nutzt. Hier muss das Land stärker finanziell unterstützen, denn ein solches Engagement darf nicht einfach an den wirtschaftlichen Zwängen scheitern. Auch Sammeltaxis sind eine Möglichkeit, abgeschiedene Orte an den Personennahverkehr anzubinden. Allerdings muss hier die Organisation wesentlich besser geregelt werden. Auch Ortsfremden muss sofort klar werden, wie sie das Sammeltaxi rufen oder ob es zu bestimmten Zeiten fährt und wo man einsteigt. Darüber hinaus geht es auch hierbei ums Geld. Vor allem auf dem Land sind Taxifahrten teuer, denn die Strecken sind bekanntlich weit. Es darf aber nicht sein, dass Menschen ohne Auto ein kleines Vermögen ausgeben müssen, nur um zum Arzt in den Nachbarort zu kommen.
Egal, für welche Lösung man sich am Schluss entscheidet, die neue Landesregierung muss dafür sorgen, dass jeder Ort in Niedersachsen in einer akzeptablen Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, und das zu einem fairen Fahrpreis. Sonst wird der Ansturm auf die Städte weitergehen und die Ortschaften in den ländlichen Gebieten weiter sterben.
Mail an den Autor dieses Kommentars


