Innenministerium streicht Bonus für Standorte der Erstaufnahme
(rb) Hannover. Die künftige Verteilung von Asylbewerbern auf die Kommunen sieht nach einem Entwurf des Innenministeriums, der den kommunalen Spitzenverbänden bereits vorgelegt worden ist, eine geänderte Anrechnungspraxis für die Standorte der Erstaufnahmeeinrichtungen vor. Die dort untergebrachten Flüchtlinge konnten bislang bei den zuständigen Landkreisen zu 80 Prozent und bei den kreisfreien Städten zu 100 Prozent auf das jeweilige Aufnahmekontingent angerechnet werden. Wie es heißt, berücksichtigt das neue Modell vom nächsten Jahr an die Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtungen mit einem Faktor von 1,25 und bei Notunterkünften, die von den Kommunen im Zuge der Amtshilfe betrieben werden, mit einem Faktor von 0,75. Das bedeutet etwa für die Stadt Hannover mit 8360 weiteren Asylbewerbern im kommenden Jahr 220 mehr als nach dem geltenden Modell, für Oldenburg ein Plus von 524 auf 1776 Menschen und für Osnabrück sogar von 704 auf 1922 weitere Migranten. Alle Zahlen basieren auf der Prognose von 100 000 Flüchtlingen in Niedersachsen im Jahr 2016. Sollten es mehr werden, wofür mehr spricht als dagegen, müssten die genannten Quoten ohnehin neu berechnet werden.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #206.