Weil: Aufklärung des VW-Skandals wird „schmerzhafter Prozess“
(rb) Hannover. Ministerpräsident Stephan Weil rechnet damit, dass sich die Aufklärung des VW-Abgasskandals, mit der der Aufsichtsrat des Unternehmens die amerikanische Anwaltsfirma Jones Day beauftragt hat, mehrere Monate hinziehen wird. Es werde ein „schmerzhafter Prozess“ sein, der aber Basis für einen im Unternehmensinteresse liegenden Neuanfang sein werde, sagte Weil am Dienstag während einer Unterrichtung des Landesparlaments über die aktuelle Lage bei VW. Er habe jedoch die Erwartung, dass es nach Abschluss dieser unabhängigen Untersuchung einen Sachverhalt geben werde, der von allen Beteiligten, auch von den amerikanischen Behörden, als Grundlage für das weitere Vorgehen anerkannt werde. Auch der vom Aufsichtsrat eingerichtete Sonderausschuss, dem für das Land Wirtschaftsminister Olaf Lies angehören wird, werde an Jones Day berichten. Der Ministerpräsident verwies zudem auf die vom Aufsichtsrat beschlossene umfassende Organisationsreform, die bereits deutlich vor Bekanntwerden der Abgasmanipulation vorbereitet worden war, in der aktuellen Diskussion aber untergegangen sei. Dabei gehe es um die Stärkung der Marken und der regionalen Marktverantwortlichen sowie um die Anpassung der Konzernstrukturen an ein „weltweit höchst differenziertes Geschäftsmodell“.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #188.