2. März 2026 · 
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Angegriffener Landrat trotzt der Kritik und kehrt an seinen Arbeitsplatz zurück

Foto: privat

Marcel Riethig, Landrat des Kreises Göttingen, ist am Montagmorgen zum Dienst im Kreishaus erschienen - nachdem er sich bis zum Freitag vergangener Woche krankgemeldet hatte. Gegen Riethig hatten sich zunächst 16 Führungskräfte des Kreises gewandt, später schlossen sich 55 weitere an. Sie werfen ihm Amtsmissbrauch, unsensibles Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Anstiftung zu rechtswidrigem Handeln vor. Der 43-Jährige hatte erklärt, unter diesen Umständen nicht von seiner SPD für die Wiederwahl zum Landrat aufgestellt zu werden. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Andreas Philippi, zugleich Sozialminister, teilte daraufhin mit, Riethig habe seine Kandidatur zurückgezogen. Riethigs Erscheinen im Kreishaus am Montag bringt nun eine neue Eskalation in den Fall. Die CDU des Landkreises hatte auf Paragraph 38 des Disziplinargesetzes hingewiesen, wonach eine Dienstenthebung bei "erheblicher Beeinträchtigung des Dienstbetriebs" möglich ist. Das zuständige Innenministerium hat bisher aber noch gar nicht entschieden, gegen Riethig ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Der erheblich aufgeladene Konfliktstoff in der Kreisverwaltung könnte allerdings die erhebliche Störung des Dienstbetriebs begründen. Unterdessen hat der frühere Landtagsabgeordnete Ronald Schminke aus Hann. Münden Philippi aufgefordert, "nach diesem desolaten Krisenmanagement und seiner offenkundig totalen Überforderung von allen Ämtern zurückzutreten". Schminke fügte hinzu: "Es reicht."

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #041.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum

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